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Close As You Get
Gary Moore ist einer der besten und wichtigsten Musiker, die jemals aus der Rockszene Großbritanniens hervorgegangen sind. Der Beginn seiner langen Karriere geht bis in die Sechziger Jahre zurück und umfaßt nicht nur unterschiedliche Genres, sondern auch viele bedeutende und legendäre Rockbands, inklusive Thin Lizzy, Coloßeum II und Skid Row, um nur drei Namen einer überaus erfolgreichen Laufbahn zu nennen, in der sich Moore auch und vor allem als Solomusiker einen exzellenten Namen erspielt hat.
Moore wurde am 4. April 1952 in Belfast, Nordirland geboren. Wie viele andere Musiker kam auch er durch Elvis Presley und die Beatles zum Rock'n'Roll. Mitte der Sechziger besuchte er in seiner Heimatstadt Konzerte von Jimi Hendrix und John Mayall's Bluesbreakers und fand durch sie Zugang zur farbenfrohen Welt des Blues. Beeinflußt durch das grandiose Gitarrenspiel eines Ausnahmekünstlers wie Peter Green wurde Moore schnell selbst zu einem der größten jugendlichen
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Talente seines Landes.Ausgerechnet Peter Green war es, der Gary Moore beim Aufbau seiner Karriere half. Viele Jahre später, genauer gesagt 1995, dankte Moore ihm dafür mit dem warmen und emotionsgeladenen Tributalbum 'Blues For Greeny'.
Moores erste nennenswerte Band war das Power-Trio Skid Row, das 1970 einen Plattenvertrag bei CBS unterschrieb. Kurz zuvor war Moore nach Dublin gezogen und hatte sich mit Phil Lynott angefreundet, der bis unmittelbar vor der Vertragsunterzeichnung Sänger von Skid Row war. Drei Alben veröffentlichte Moore mit Skid Row und tourte in Amerika unter anderem mit der Allman Brothers Band und Mountain, bevor er die Gruppe auflöste, um sich auf eine Solokarriere zu konzentrieren. Sein erster Versuch dauerte indes nicht lange an, denn Moore ersetzte den Gitarristen Eric Bell bei Thin Lizzy, der neuen Band von Phil Lynott. Auch dort blieb er nur kurz, kehrte allerdings 1977 nach dem Außtieg von Brian Robertson noch einmal zu Thin Lizzy zurück, um ein Jahr später auf der 'Black Rose'-Tournee erneut zu spielen.
Durch die fabelhafte Hitsingle 'Parisienne Walkaways' bekam Moores Solokarriere 1979 einen kräftigen Schub. Der Song begeisterte durch seine geschmackvolle, Blues-orientierte Leadgitarre und Phil Lynotts einfühlsamen Gesang. Im April des Jahres ereichte die Single in England die Top 10 und förderte damit nachhaltig das Intereße am unmittelbar folgenden Album 'Back On The Streets'. In den späten Siebzigern und frühen Achtzigern war Moore auf der permanenten Suche nach den besten Ausdrucksmöglichkeiten für sein großartiges musikalisches Talent. Er produzierte gemeinsam mit Phil Lynott die kraftvolle Hitsingle 'Out In The Fields' und widmete sich auf dem Meisterwerk 'Wild Frontier' (1987) verstärkt seinen keltischen Wurzeln. Anschließend wendete er sich konsequent dem Blues zu und landete 1990 mit dem Album 'Still Got The Blues' einen Welterfolg. Auf 'Still Got The Blues' und deßen Nachfolger 'After Hours' kam es zu sensationellen Gastspielen von berühmten Bluesgitarristen wie Albert King, BB King und Albert Collins, die damit unmißverständlich ihren großen Respekt vor Gary Moore zu verstehen gaben. 1994 veröffentlichte Moore gemeinsam mit Ginger Baker und Jack Bruce in der Band BBM ein hoch gelobtes Album, setzte dann jedoch seine Solokarriere fort.
Nach den eher etwas experimentellen Werken 'Dark Days In Paradise' (1997) und 'A Different Beat' (1999) kehrte Moore mit 'Back To The Blues' (2001) dem Motto der Scheibe entsprechend zu seiner größten musikalischen Leidenschaft zurück. Eine zehn Songs umfaßende Kollektion mit Kompositionen aus der Feder Moores sowie packenden, intensiven Coverversionen von Klaßikern wie 'Stormy Monday', 'You Upset Me Baby' und 'I Ain't Got You'. Ein Album, das eine Brücke zwischen Blues-Vergangenheit und -Zukunft schlug. Moore mischte darauf unterschiedliche Stile mit seinen typischen Trademarks und glänzte mit seinem grandiosen Gespür für diese Musik und seiner atemberaubenden Technik. 'Back To The Blues' swingt und rockt und zeigt Gary Moore als echten Bewahrer der Blues-Flamme.
Doch Moore wäre nicht Moore, würde er seine Fans nicht immer wieder mit überraschenden Wendungen verblüffen. Im Jahr 2002 stürmte er mit seinen bis dato härtesten Songs in die Musikszene und zwang seine Zuhörer damit erneut, voreilig gefaßte Meinungen über ihn zu revidieren. Moore entschied sich für eine Kooperation mit Ex- Skunk Anansie-Baßist Caß Lewis und Primal Scream-Schlagzeuger Darrin Mooney in dem Projekt Scars, einem in jeder Hinsicht echten Power-Trio. Das 'Scars'-Album wurde im Frühjahr 2002 produziert, anschließend ging die Band auf Tournee und nahm im Zuge dieser Konzertreihe auch die DVD/CD 'Live At The Monsters Of Rock' auf, die im Mai 2003 bei zwei Show der gleichnamigen Englandtournee aufgezeichnet wurde. Das Programm dieser Show umfaßte Material aus Moores gesamter Karriere.
Ein Jahr später veröffentlichte er sein bislang wohl rauestes Album mit dem Titel 'Power Of The Blues'. Die zehn Songs wurden überwiegend live im Studio eingespielt und reichten vom Hard Rock/Blues des Titelsongs über einen Upbeat-Swing in 'Can't Find My Baby' bis zum packenden 'Torn Inside'.
Im August 2005 gönnte Moore sich eine Schaffenspause, um Zeit für eine kurze Reunion mit einigen alten Freunden von Thin Lizzy zu haben, mit denen er bei einem Konzert in Dublin die DVD 'Gary Moore And Friends, One Night In Dublin, A Tribute To Phil Lynott' aufnahm. Die Konzertaufnahmen kamen 2006 in den Handel.
Nur wenig später erschien sein Studioalbum 'Old New Ballads Blues', auf dem unter anderem fünf neue Moore-Kompositionen zu hören sind, inklusive der Uptempo-Nummer 'Ain't Nobody', der ergreifenden Ballade 'Gonna Rain Today', des Country-beeinflußten 'No Reason To Cry' und der treibenden Instrumentalnummer 'Cut It Out'. Hinzu kam eine neue Aufnahme seines eigenen Klaßikers 'Midnight Blues', der ursprünglich auf seinem millionenfach verkauften Album 'Still Got The Blues' (1990) zu hören war. Abgerundet wurde 'Old New Ballads Blues' mit phantastischen Coverversionen von Willie Dixons 'You Know My Love' und Elmore James 'Done Somebody Wrong' sowie von Otis Rushs 'All Your Love', den Moore 1966 zum ersten Mal auf dem 'Beano'-Album der Bluesbreakers hörte und der ihn seinerzeit zum Blues brachte.
Mit seinem neuesten Studioalbum Close As You Get setzt Gary Moore die stilistische Richtung fort, die er mit seinem überaus erfolgreichen Werk Old, New, Ballads, Blues vor zwei Jahren eingeschlagen hat. Moore mischt eigene Kompositionen mit einigen sehr intereßanten und von ihm wieder entdeckten Blues-Coversongs, mit denen er sich auf Close As You Get als grandioser Gitarrist und Songschreiber präsentiert. Diese Scheibe zählt schon jetzt ohne Zweifel zu den gelungensten Blues-Gitarrenalben des noch jungen Jahres.
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